Forderungen des Rats für deutsche Rechtschreibung

Der Rat für deutsche Rechtschreibung wurde zur gemeinsamen Regulierung der Rechtschreibung der deutschen Sprache von Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Liechtenstein und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens eingerichtet. Er ist beim Institut für Deutsche Sprache angesiedelt und hat auch die ständige Beobachtung des schulischen Sprachgebrauchs zur Aufgabe. Er erachtet im Sinne einer Weiterentwicklung und Verbesserung der Gesamtsituation der Rechtschreibung für dringend wünschenswert:

Genügend Lern- und Übungszeit für den Erwerb der Orthografie in der Schule

Dem Rechtschreiben als Grundkompetenz in einer Schriftgesellschaft ist in den Lehr- und Bildungsplänen als Rahmen und in den Schulcurricula vor Ort ein angemessener Umfang und eine angemessene Zeit zuzugestehen, um Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, orthografische Fähigkeiten auszubilden.

Bildungs- und Lehrpläne mit einem orthografischen Spiralcurriculum, das sich über die gesamte Schulzeit erstreckt

Spiralcurricula sollen auf heute akzeptierten linguistischen, rechtschreibdidaktischen und lernpsychologischen Theorien und Modellen fußen und alle Schulstufen umfassen.

Die Formulierung von Mindeststandards für die Orthografie

Die Mindeststandards sollten die in der Regelstufe zu erwerbenden orthografischen Kompetenzen ausweisen.

Eine Lehreraus, -fort- und -weiterbildung, in der deutsche Orthografie fachwissenschaftlich, fachdidaktisch und lerntheoretisch angemessen berücksichtigt ist.

Gerade weil Rechtschreiben eine Grundfertigkeit mit einer hohen Wertschätzung in der Öffentlichkeit ist, braucht es eine geeignete und kontinuierliche Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung für alle Lehrkräfte, nicht nur für das Fach Deutsch. Daher sind ein Kerncurriculum für die Hochschulausbildung und Eckpunkte für die Fort- und Weiterbildung von großer Bedeutung.