Spinne des Jahres 2018: Die Fettspinne!

Der Name dieser kleinen Kugelspinne ist ja nicht gerade sehr schmeichelhaft: Er bezieht sich aber nicht darauf, dass sie besonders fett wäre – sie ist ja gerade mal 4 bis 8 mm groß – sondern darauf, dass ihr rotbrauner Körper  glänzt, als wäre er mit Fett eingerieben. Typisch sind die zwei helleren Dellen im Hinterleib. Übrigens ist die Fettspinne mit der berüchtigten Schwarzen Witwe verwandt, die ebenso zur Familie der Kugelspinnen zählt. Im Gegensatz zur Schwarzen Witwe ist unsere Fettspinne aber völlig harmlos. Sie kommt bei uns überall vor: in dunklen Hausecken, in Felsnischen oder unter Baumrinden. Dort führt sie ein unauffälliges Dasein, weil sie vor allem nachts aktiv ist. Die meiste Zeit lauert sie auf Beute, die sie mit ihrem Netz fängt. Das dreidimensionale Fanggewebe wird meist in Ecken oder Nischen gebaut. Spannseile, die kreuz und quer durch den Raum verlaufen, halten unten eine Fangmatte aus dichten Spinnfäden straff. Dazwischen hängen Fangfäden. Fliegt eine Fliege hinein, bleibt sie an den Klebetröpfchen der Fangfäden hängen. Die klebrige Fangmatte hält krabbelnde Beute fest. Durch Alarmfäden wird die Fettspinne aus ihrem Schlupfwinkel herbeigerufen, wenn ein Opfer zappelt. Sie webt die Beute dann ohne Betäubung in Fäden ein und saugt diese nach und nach aus. Verblüffend: Die kleine Fettspinne überwältigt nicht nur kleine Insekten, sondern auch um ein Vielfaches größere Hausspinnen, die bei uns oft in Kellern leben! Und wer hätte gedacht, dass die Jahresspinne 2018 – als einzige heimische Spinne –auch noch zirpen kann? Das Männchen besitzt ein Organ, mit dem es Geräusche erzeugen kann. Es wippt mit dem Hinterleib schnell auf- und ab und reibt dabei feine Rillen aneinander. Diese Zirptöne sind auch für uns schwach hörbar – die balzenden Männchen locken damit Spinnenweibchen an.